Trotz der gesteigerten Beitragseinnahmen hat sich die Brutto-Schadenquote des Unternehmens (selbstabgeschlossenes Geschäft) von 68,9 Prozent auf 79,4 Prozent erhöht: Insbesondere aufgrund der inflationsbedingten Kostenentwicklung und des besonderen Schadenjahres stieg die Combined Ratio (brutto) im Vergleich zum Vorjahr nochmal deutlich auf 109,1 Prozent. Ursächlich hierfür waren – neben den Auswirkungen der hohen Inflation – auch die Kumulereignisse (Ereignisse mit ungewöhnlich vielen Einzelschäden in kurzer Zeit), also die Sturmtiefs Lambert und Zoltan. Diese haben zusammen für 5.559 Schadenfälle bei den Kundinnen und Kunden und einen Aufwand von bisher rund 22,7 Millionen Euro gesorgt. Rund 56 Prozent (Vorjahr: 53 Prozent) aller Kundinnen und Kunden haben zusätzlich zu ihrer Wohngebäude- beziehungsweise Hausratversicherung bei der Öffentlichen inzwischen eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen.
Der gesamte Schadenaufwand der Sachversicherung in 2023 von 236,3 Millionen Euro teilt sich wie folgt zwischen der Kraftfahrtversicherung und den anderen Sparten der Sachversicherung auf: Für die Kraftfahrtversicherung hat die Öffentliche einen Betrag von 124,3 Millionen Euro für ihre Kundinnen und Kunden bereitgestellt (Vorjahr: 95,9 Millionen Euro). In den anderen Sparten der Sachversicherung sind die Leistungen gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 17,5 Millionen Euro auf 112,0 Millionen ebenfalls deutlich gestiegen. Größter Treiber dieser Zunahme ist die Wohngebäudeversicherung. Hier stieg der Schadenaufwand, insbesondere auf Grund der Kumulereignisse sowie den inflationsbedingt stark gestiegenen Material- und Reparaturkosten, von 57,8 Millionen Euro auf 62,9 Millionen Euro.
Im Jahr 2023 sind in der Kraftfahrtversicherung insgesamt 39.348 Schäden bei den Kundinnen und Kunden der Öffentlichen eingetreten (Vorjahr: 36.921 Schäden), davon allein 12.216 Kraftfahrt-Haftpflichtschäden mit einem Aufwand von 61,8 Millionen Euro (Vorjahr: 11.946 Schäden mit 53,1 Millionen Euro). Der gesamte Bruttoaufwand hat sich im Kraftfahrtbereich gegenüber dem Vorjahr um 28,4 Millionen Euro beziehungsweise 29,6 Prozent, auch aufgrund der inflationsgetriebenen Steigerung beim Schadendurchschnitt, erhöht.
In den weiteren Sparten der Sachversicherung bearbeitete die Öffentliche unter anderem 1.715 Feuerschäden mit einer Schadensumme von 14,9 Millionen Euro (Vorjahr: 1.371 Schäden mit 17,4 Millionen Euro), 957 Einbruchdiebstahlschäden mit einer Summe von 3,0 Millionen Euro (Vorjahr: 885 Schäden mit 1,9 Millionen Euro) und 7.522 Leitungswasserschäden mit einer Summe von 33,6 Millionen Euro (Vorjahr: 7.462 Schäden mit 30,1 Millionen Euro). Weiterhin machte sich die in allen Sparten auf 79 gestiegene Anzahl an Großschäden (Schäden mit einer Summe von mehr als 100.000 Euro) mit rund 20,9 Millionen Euro Schadensumme bemerkbar.
Vor allem die positive Entwicklung in der Kapitalanlage mit einer Nettorendite von drei Prozent (Vorjahr: 1,5 Prozent) sorgte für ein Ergebnis von 16,5 Millionen Euro (vor Gewinnverwendung und Steuern, Vorjahr: 10,1 Millionen Euro), die Erhöhung des Eigenkapitals auf 303,5 Millionen Euro sowie eine erhöhte Kapitalanlagenreservequote von 14,7 Prozent (Vorjahr: 13,2 Prozent). Dies stellt für die Öffentliche auch für künftige Schadenjahre mit einer vergleichbar hohen Frequenz an Großschadenereignissen eine sichere Ausgangsbasis dar.
Vorstandsmitglied Nina Hajetschek fasst das Geschäftsjahr wie folgt wie zusammen: „Unsere Kunden standen nicht nur vor den Herausforderungen extremer Wetterbedingungen, sondern auch vor wirtschaftlichen Unwägbarkeiten wie der hohen Inflation, der Ressourcenknappheit und weiteren Auswirkungen des Ukraine-Krieges. Als verlässlicher Partner in der Region waren wir nah an unseren Kunden und leisteten zusammen mit unseren Partnern schnell Hilfe.“